Der „Alte Schwede“ in Wismar: Wo Geschichte auf den Teller kommt
Wer den Wismarer Marktplatz betritt, kommt an ihm nicht vorbei: dem imposanten Backsteinbau mit seinem markanten Treppengiebel, der stolz an der Ostseite des Platzes thront. Das Haus „Alter Schwede“ ist weit mehr als nur ein Restaurant – es ist ein lebendiges Denkmal, ein Zeuge der Hansezeit und der Inbegriff mecklenburgischer Gastlichkeit.
Ein Haus mit Geschichte: Das älteste Bürgerhaus der Stadt
Erbaut um das Jahr 1380, blickt das Gebäude auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. Damit ist es das älteste erhaltene Bürgerhaus in der Welterbestadt Wismar. Ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus eines reichen Kaufmanns errichtet, spiegelt die prachtvolle Fassade aus rotem Backstein den enormen Wohlstand der Hansezeit wider.
Seinen heutigen Namen erhielt das Haus jedoch erst viel später, im Jahr 1878. Er erinnert an die „Schwedenzeit“ Wismars (1648–1803), als die Stadt Teil des schwedischen Königreichs war. Heute ist der „Alte Schwede“ das wohl meistfotografierte Gebäude der Stadt und ein Magnet für Besucher aus aller Welt.
Ambiente: Eine Zeitreise in die Vergangenheit
Sobald man die schwere Eingangstür durchschreitet, lässt man die Moderne hinter sich. Das Innere des Restaurants wirkt wie eine behagliche Zeitkapsel:
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Historisches Gebälk: Massive Holzbalken und uriges Mauerwerk prägen die Gasträume.
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Maritime & Schwedische Relikte: Überall finden sich liebevolle Details – von Schiffsmodellen über historische Porträts bis hin zu schwedischen Wappen, die an die bewegte Vergangenheit der Stadt erinnern.
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Gemütlichkeit: Trotz der imposanten Architektur ist die Atmosphäre herzlich und unaufgeregt. Das schummerige Licht und die schweren Holztische laden dazu ein, sich niederzulassen und die Zeit zu vergessen.
Die Küche: Ehrlich, regional, mecklenburgisch
Kulinarisch bleibt der „Alte Schwede“ seinen Wurzeln treu. Auf der Speisekarte findet sich eine ehrliche, bodenständige Küche, die das Beste aus der Region auf den Tisch bringt.
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Frisch aus der Ostsee: Fisch spielt natürlich eine Hauptrolle. Ob kross gebratene Scholle „Finkenwerder Art“, Dorschfilet oder die klassischen Wismarer Heringe – Fischliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.
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Herzhaftes vom Land: Wer Fleisch bevorzugt, darf sich auf mecklenburgische Klassiker freuen. Deftige Braten, Wildgerichte aus heimischen Wäldern und Spezialitäten wie das „Mecklenburger Rippenbraten“-Gulasch stehen hoch im Kurs.
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Schwedische Akzente: Passend zum Namen finden sich auch nordische Einflüsse auf der Karte, die das kulinarische Profil perfekt abrunden.
Warum ein Besuch im „Alten Schweden“ ein Muss ist
Es gibt viele Orte, an denen man gut essen kann, aber nur wenige, an denen man die Geschichte so hautnah spürt. Ein Abend im „Alten Schweden“ ist ein Gesamtkunstwerk: Man genießt die Ruhe des ehrwürdigen Hauses, blickt aus den bleiverglasten Fenstern auf den weitläufigen Marktplatz und lässt sich von der herzlichen Gastfreundschaft verwöhnen.
Ob für ein romantisches Abendessen bei Kerzenschein, eine gesellige Runde mit Freunden oder als krönender Abschluss einer Stadtführung – dieser Ort ist das kulinarische Herzstück Wismars.
Auf einen Blick:
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Lage: Direkt am historischen Marktplatz von Wismar.
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Küche: Regionale Spezialitäten, frischer Fisch, mecklenburgische Hausmannskost.
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Besonderheit: Ältestes Bürgerhaus der Stadt (Baujahr ca. 1380).
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Tipp: Eine Reservierung ist besonders am Abend und an den Wochenenden dringend empfohlen, da die Plätze in den historischen Stuben heiß begehrt sind.